{"id":3029,"date":"2026-08-11T13:40:13","date_gmt":"2026-08-11T11:40:13","guid":{"rendered":"https:\/\/bonif.org\/?p=3029"},"modified":"2026-08-11T13:44:48","modified_gmt":"2026-08-11T11:44:48","slug":"die-hoellentalbachkatastrophe-von-1986-und-das-bonifizierungskonsortium-gmund-salurn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bonif.org\/?p=3029","title":{"rendered":"Die H\u00f6llentalbachkatastrophe von 1986 und das Bonifizierungskonsortium Gmund Salurn"},"content":{"rendered":"<p>Am Abend des 23. Juni 1986 l\u00f6sten die heftigen Regenf\u00e4lle am Oberlauf des H\u00f6llentalbaches Ger\u00f6ll und Schlammassen vom Berghang. Die etwa 500.000 Kubikmeter Material st\u00fcrzten in das Bett des H\u00f6llentalbaches und bildeten ein Staubecken. Dieses Becken hielt den ungeheuren Wassermassen, die sich w\u00e4hrend des Wolkenbruchs im Bachbett zu sammeln begannen, nicht lange stand. Schon einige Minuten, nachdem sich das Becken gebildet hatte, barst es unter dem ungeheuren Druck des Wassers.<\/p>\n<p>Die zu Tal st\u00fcrzenden Ger\u00f6ll-, Schlamm- und Wassermassen rissen drei Br\u00fccken nieder und begruben u.a. einen Teil der Traminer Kellereigenossenschaft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bonif.org\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/503559226_3797248877100133_1721629751604751118_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-3028\" src=\"https:\/\/bonif.org\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/503559226_3797248877100133_1721629751604751118_n-1024x689.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"319\" srcset=\"https:\/\/bonif.org\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/503559226_3797248877100133_1721629751604751118_n-1024x689.jpg 1024w, https:\/\/bonif.org\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/503559226_3797248877100133_1721629751604751118_n-300x202.jpg 300w, https:\/\/bonif.org\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/503559226_3797248877100133_1721629751604751118_n-768x517.jpg 768w, https:\/\/bonif.org\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/503559226_3797248877100133_1721629751604751118_n-1536x1034.jpg 1536w, https:\/\/bonif.org\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/503559226_3797248877100133_1721629751604751118_n.jpg 1759w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Tramin im Sommer 1986. Der H\u00f6llentalbach hatte ein Bild der Verw\u00fcstung hinterlassen.<\/p>\n<p>Aber nicht nur an Geb\u00e4uden, am Bachbett und an den Sporteinrichtungen war ein Millionenschaden entstanden. Etwa 23 Hektar Grund mit Obst- und Weinkulturen waren um und in der N\u00e4he des Unterlaufes des H\u00f6llentalbaches unter den Schlammassen begraben. Zahlreiche Einsatzkr\u00e4fte waren dabei im Einsatz, die Sch\u00e4den zu beheben.<\/p>\n<p>Auch das Bonifizierungskonsortium Gmund-Salurn, welches am Morgen nach der Katastrophe vor Ort war, nahm sich der Bonifizierung der Fl\u00e4chen an.<\/p>\n<p>Am Tag nach dem Ungl\u00fcck begann das Konsortium mit seinen beiden Kamo-Baggern den Unterlauf des Baches zu regulieren. Hier hatte sich der Bach in Dutzende kleine B\u00e4che aufgeteilt, die den ohnehin schon angerichteten Schaden noch verschlimmerten.<\/p>\n<p>Auf den Kulturgr\u00fcnden lag meterhoch Ger\u00f6ll, Schotter, unfruchtbarer Schlamm und zum Teil Felsbrocken mit Durchmessern bis zu f\u00fcnf Metern, die entfernt werden mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Das Technische Amt des Bonifizierungskonsortiums hatte innerhalb k\u00fcrzester Zeit ein Projekt daf\u00fcr ausgearbeitet. Am 9. Juli konnte dies dem Landesausschu\u00df zur Genehmigung vorgelegt werden. Es sah die Abtragung und den Abtransport des unfruchtbaren Ger\u00f6lls vor.<\/p>\n<p>Kopfzerbrechen bereiteten den Fachleuten vor allem die gro\u00dfen Felsbrocken und Holzst\u00fccke, die der H\u00f6llentalbach zu Tal gerissen hatte.<\/p>\n<p>Sie mu\u00dften mit Spezialmaschinen aus dem in zwischen steinharten Schlamm gefr\u00e4st werden. Auch die langsam absterbenden Obstb\u00e4ume und Reben mu\u00dften ausgerissen und abtransportiert werden. Ein Teil des abtransportierten Materials konnte f\u00fcr die Befestigungs- und Sicherungsarbeiten an den Etschd\u00e4mmen bei Auer und Pfatten benutzt werden. Ein weiterer Teil konnte auf einem nahe gelegenen Grund des Landes gelagert werden.<\/p>\n<p>Der abgetragene Boden in dem von der Katastrophe \u00fcbermurten Gebietes wurde mit fruchtbarer Erde ersetzt. Die \u00fcbermurten Feldwege wurden ger\u00e4umt und neu asphaltiert. Zusammen mit dem \u00f6rtlichen Bauernbund hat das Bonifizierungskonsortium \u00bbGmund-Salurn\u00ab ein Gesamtprojekt zur Meliorierung des vom Ungl\u00fcck betroffenen Grundes ausgearbeitet und \u00fcber dieses um Landesbeitr\u00e4ge f\u00fcr die 583 betroffenen Bauern angesucht.<\/p>\n<p>Mit der Wiederherstellung des Grundes und der Einrichtung eines Auffangbeckens f\u00fcr eine sich eventuell wiederholende Katastrophe mu\u00dfte ein Teil des Grundes enteignet und auf einer Fl\u00e4che von rund 5 Hektar eine Flurbereinigung vorgenommen werden.<\/p>\n<p>Die Flurbereinigung wurde dann auch vom Bonifizierungskonsortium geplant und durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit dem Beratungsring f\u00fcr Obst- und Weinbau wurde auch die Beregnungsanlage f\u00fcr diese Gr\u00fcnde neu geplant und gebaut. Sechs neue Tiefbrunnen wurden daf\u00fcr geschlagen.<\/p>\n<p>Aber nicht nur um die von dem Ungl\u00fcck betroffenen Grundst\u00fccke mu\u00dfte sich das Bonifizierungskonsortium k\u00fcmmern, sondern auch um die eigenen Infrastrukturen, die bei der Katastrophe zu Schaden gekommen waren. Der Feldgraben, der das \u00dcberwasser der Traminer M\u00f6ser in der Talsohle entw\u00e4ssert, war vermurt und mu\u00dfte ger\u00e4umt und wiederhergestellt werden.<\/p>\n<p>Bis 1986 m\u00fcndete der H\u00f6llentalbach in den Feldgraben, der dann weiter s\u00fcdlich in den gro\u00dfen Kalterer Graben m\u00fcndet. Da der H\u00f6llentalbach nat\u00fcrlich auch nach der Katastrophe Wasser f\u00fchrte und der Feldgraben nicht sofort ger\u00e4umt werden konnte, entschlo\u00df sich das Bonifizierungskonsortium, den H\u00f6llentalbach von nun an, direkt in den Gro\u00dfen Kalterer Graben einzuleiten. Mit der finanziellen Unterst\u00fctzung des Landes konnte dies dann auch verwirklicht werden.<\/p>\n<p>Die Einleitung des H\u00f6llentalbaches in den Gro\u00dfen Kalterer Graben hatte f\u00fcr die Besitzer in den Traminer M\u00f6sern aber noch eine angenehme Begleiterscheinung. Durch das Einleiten des H\u00f6llentalbaches in den Feldgraben war dieser immer wieder \u00fcber die Ufer getreten und hatte die Felder in seiner Umgebung unter Wasser gesetzt. Mit der Umleitung in den Gro\u00dfen Kalterer Graben sollte dies in den folgenden Jahren nicht mehr vorkommen.<\/p>\n<p>Juni 2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Abend des 23. Juni 1986 l\u00f6sten die heftigen Regenf\u00e4lle am Oberlauf des H\u00f6llentalbaches Ger\u00f6ll und Schlammassen vom Berghang. Die etwa 500.000 Kubikmeter Material st\u00fcrzten in das Bett des H\u00f6llentalbaches und bildeten ein Staubecken. 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